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EINE DOKUMENTATION
Büdingen (Oberhessen)
Planung und Konzession Aufgrund einer Initiative des Abgeordneten Christian Peter Heldmann wurde bereits 1860 der Bau einer Strecke von Gelnhausen nach Gießen vorgeschlagen. Die Planungen der Strecke begannen 1862. Schwerpunkt war der Güterverkehr. Es wurde mit einer geringen Personenbeförderung gerechnet. Die Hessische Konzession zum Bau und Betrieb vom 4. April 1868 (Hessisches Regierungsblatt Jahrgang 1868 Nr. 22 Seite 602) und Preußische Konzession vom 3. Mai 1869 (Preußische Gesetzsammlung Jahrgang 1869 Nr. 38 Seite 692) erging an die Oberhessische Eisenbahn-Gesellschaft. Wegen der Durchführung durch preußisches Gebiet wurde der Vertrag zwischen Preußen und Hessen vom 12. Juni 1868 geschlossen (Preußische Gesetzsammlung Jahrgang 1868 Nr. 55 Seite 756 und hessisches Regierungsblatt Jahrgang 1868 Nr. 50 Seite 985). Bau und Eröffnung Das Flüsschen Gründau musste umgebettet und ein Teil des Stickelberges gesprengt werden. Die Sandsteinmassen wurden zum Bau der Bahntrasse und für den Tunnel bei Büdingen verwendet. Der Bahnbau der eingleisigen Strecke erfolgte in vier Teilstücken: Das erste Teilstück mit 21.83 km Länge von Gießen nach Hungen eröffnete am 29. Dezember 1869. Das zweite Teilstück mit 13.23 km Länge, von Hungen nach Nidda eröffnete am 29. Juni 1870. Das dritte Teilstück mit 19.79 km Länge von Nidda nach Büdingen eröffnete am 30. Oktober 1870. Das vierte Teilstück mit 14.91 km Länge von Büdingen nach Gelnhausen eröffnete am 30. November 1870. Der Bahnhof Büdingen gehörte damals zur Klasse III und eröffnete am 30. Oktober 1870 das Empfangsgebäude. Der standardisierte, zweistöckige Putzbau war im Stil des Klassizismus errichtet. Im Stationsgebäude gab es eine Schalterhalle mit Fahrkartenausgabe und Gepäckaufbewahrung. Im Obergeschoss befanden sich die Wohnräume des Bahnhofsvorstehers. Ein separater Güterschuppen mit Rampe befand sich neben dem Stellwerksgebäude. Neben dem Hausbahnsteig gab es auch einen Mittelbahnsteig. Die Gleisanlagen verfügten über drei Durchfahrgleise sowie Güter- und Abstellgleise. Das markante Stellwerksgebäude war ein Typenbau und entstand 1890. Es bestand aus zweifarbig gemauerten Backsteinen und einem verschindelten Obergeschoss. Die Anbauten entstanden wahrscheinlich erst nach 1890. Im südlichen Anbau waren die Toiletten untergebracht. Im nördlichen Anbau befand sich ein Raum zur Gepäck- und Expressgutabfertigung. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude verkaufte die Deutsche Bahn AG. Es wird von zwei Gastronomiebetrieben genutzt. Auf dem Hausbahnsteig wurde wahrscheinlich nach 1960 ein Windfang gebaut. Das Stellwerksgebäude erhielt im Obergeschoss neue Fenster mit Rollladen. Das Stationsgebäude ist trotz einiger Baumaßnahmen weitgehend erhalten geblieben und steht zusammen mit dem Stellwerk unter Denkmalschutz.
Z Bahnhof iel
Bilder Büdingen
Luftaufnahme
Lahn-Kinzig-Bahn
Gießen
Gelnhausen
Die Eisenbahn “kam” am 30. Oktober 1870 nach Büdingen. Also 35 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Büdingen hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2016 waren es 21.902 Einwohner).  
PANORAMA
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