EINE DOKUMENTATION
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Bau und Streckeneröffnung

Am 10. Januar 1861 wurde das 11,70 km lange Teilstück zwischen Wissen (Sieg) und Betzdorf (Sieg) sowie die 16,88 km lange Zweigbahn von Siegen-Eiserfeld über Kirchen nach Betzdorf (Sieg) von der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) eröffnet. Am 1. Juli 1861 nahm die CME den 28,36 km langen Streckenteil zwischen Betzdorf (Sieg) und Burbach (Kreis Siegen) in Betrieb. Die Gesamtstrecke Köln-Deutz - Gießen wurde am 12. Januar 1862 eröffnet. Es war ein Keilbahnhof entstanden.

Das Empfangsgebäude Betzdorf (Sieg)

Das zweistöckige Empfangsgebäude im Stil des Klassizismus bestand aus zwei Gebäudeteilen, die über eine Eingangshalle (Vestibül) verbunden waren. Ein Gebäudeteil wurde von der Post, das andere von der CME genutzt. Im Empfangsgebäude befanden sich ein Gepäck-, Fahrkarten-, Postschalter sowie zwei Wartesäle für die I. + II. und für die III. + IV. Klasse sowie Dienstzimmer für Bahn und Post. Zwei Gleise mit einem Bahnsteig lagen westlich des Stationsgebäudes. Im östlichen Bahnhofteil befand sich der Hauptbahnsteig für die Strecke nach Siegen. Der Bahnhof verfügte neben der Reparaturwerkstatt über einen Lokschuppen, in dem 22 Lokomotiven abgestellt werden konnten. Eine Wagenremiese und einen Güterschuppen ergänzten die Bahnhochbauten.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1871 wurde, aufgrund des stark anwachsenden Verkehrs, die Strecke nach Siegen zweigleisig ausgebaut und der Bahnhof erweitert. 1873 entstand an der Stelle des alten Lokschuppens ein neuer, achtständiger Lokschuppen. Am 6. Mai 1885 eröffnete die Preußische Staatseisenbahnen die Daadentalbahn von Betzdorf nach Biersdorf den Betrieb. Am 1. März 1886 verlängerte man die Strecke bis Daaden. Sie diente hauptsächlich dem Bergbau und den Eisenhütten. 1888 erhielt der Bahnhof anstelle des Lokschuppens einen Ringlokschuppen mit 18 Ständen. 1892 entstand auf der Nordseite ein zweiter Bahnsteig, jedoch ohne Personentunnel. Der Güterbahnhof wurde erweitert. Durch die 1915 gebaute direkte Bahnstrecke zwischen Siegen und Haiger verlagerte sich der Bahnverkehr zunehmend nach dem neuen Knotenpunkt Siegen. 1936 renovierte die Deutsche Reichsbahn das Empfangsgebäude. Das Erscheinungsbild des Gebäudes veränderte sich dadurch erheblich. Am 12. März 1945 wurde der Bahnhof durch einen Luftangriff völlig zerstört. Es kamen dabei 61 Menschen ums Leben.

Das zweite Empfangsgebäude

Bis zum Neubau des Stationsgebäudes musste man in improvisierten Gebäuden den Bahnbetrieb aufrechterhalten. Auf den Fundamenten des alten Bahnhofs entstand ein neues Empfangsgebäude. Die typische, verglaste Schalterhalle über zwei Geschosse enthielt eine Wandmalerei. Der Gaststättenteil wurde auf den Grundmauern des Vorgängerbaus in den Neubau einbezogen. Das Richtfest war 1958 und die Eröffnung am 1. Juli 1959.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Ab Mitte der 1950er Jahre wurden Teile der Eisenbahnanlagen und Hochbauten stillgelegt. 1969 erhielt der Bahnhof einen Ablaufberg mit Talbremse für das Zusammenstellen von Güterzügen. 1984 legte die Deutsche Bundesbahn das Betriebswerk still. Seit 1989 wurde auf der Strecke nach Daaden der Güterverkehr weitgehend eingestellt. Seit 1994 gibt es im Bahnhof keine Zugbildungen mehr.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude von 1959 ist weitgehend erhalten geblieben und 2014 saniert worden. Im Gebäude befindet sich ein Reisezentrum und ein Kiosk. Im Gebäude hat die Hellertalbahn GmbH ihren Firmensitz. Der Bahnhof ist heute nur noch ein Eisenbahnknoten für den Personenverkehr. Die Bahnhochbauten des Ausbesserungswerks, die von 1861 stammen, stehen unter Denkmalschutz.
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Luftaufnahme
Bilder Betzdorf (Sieg)
Bahnhof 1862
Bahnhof 1959
Bahnhof 1930
Bahnhof 1959 Bahnhof 1862 Bahnhof 1930 Planung und Konzession
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