EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Bonn-Bad Godesberg von der Straßenseite aus gesehen
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Bau und Streckeneröffnung Im März 1842 begann die Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft (BCE) mit den Bauarbeiten an der Strecke zwischen Köln und Bonn. Bereits im Oktober 1854 hatte die BCE mit dem Kauf der benötigten Grundstücke begonnen. Am 15. Oktober 1855 fand die feierliche Eröffnung des Teilabschnittes der linken Rheinstrecke über Godesberg (heute Bonn-Bad Godesberg) nach Mehlem (heute Bonn- Mehlem) statt. Für den Bau der Strecke musste die BCE, um eine Konzession zu bekommen, mit der Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) fusionieren. Der Bahnhof lag damals im Ort Godesberg, in dem gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine Heilquelle entdeckt wurde. Die Ortschaft wuchs schnell zum Badeort mit Kurpark und zum Sommersitz von wohlhabenden Bürgern und Aktionären der Rheinische Eisenbahn- Gesellschaft (RhE), die dort prächtige Villen errichteten. Das Empfangsgebäude Godesberg Der dreigliedrige, im klassizistischen Baustil auf rechteckigem Grundriss errichtete zweistöckige Putzbau mit Fugenschnitt verfügte über zwei einstöckige Anbauten mit Flachdach. Der Hausbahnsteig war überdacht. Gegenüber den Gleisen befand sich ein Güterbahnhof. Im Erdgeschoss gab es eine Post und eine Telegrafenstation sowie die üblichen Schalter und Wartesäle. Ein Bahnhofsrestaurant rundete das Angebot an Dienstleistungen ab. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Mit der Verlegung des zweiten Streckengleises 1869 erhielt der Bahnhof einen überdachten Inselbahnsteig. Die Bedeutung des Ortes Godesberg als Kurort wuchs stark an, sodass das Empfangsgebäude zu klein wurde. Hierfür waren umfangreiche Bauarbeiten notwendig, die 1907 begannen. So wurde die Gleistrasse um einen Meter höher gelegt. Das zweite Empfangsgebäude Bonn-Bad Godesberg Am 30. April 1908 wurde das im Jugendstil errichtete neue Stationsgebäude ohne Feierlichkeiten in Betrieb genommen. Es ersetzte das Gebäude von 1855. Das asymmetrische Gebäude hatte eine große, giebelständige Schalterhalle, die durch beidseitige, zweistöckige Flügelbauten mit unterschiedlicher Höhe ergänzt wurde. Am südlichen Flügel gab es einen einstöckigen Anbau mit Balkon, der zur Wohnung des Bahnhofsvorstehers gehörte. Am nördlichen Flügel gab es einen Treppenturm mit Uhr, der bis zum Dachgeschoss reichte. Das Erdgeschoss bestand aus Bruchstein, die restlichen Gebäudeflächen waren verputzt. Das Gebäude war mit Walm- oder Krüppelwalmdächer versehen. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1911/12 begannen die Bauarbeiten für einen Güterbahnhof im Norden, der 1913 in Betrieb ging. Der Alte wurde danach abgerissen und die Gleise zurückgebaut. Ab 1925 benannte man den Ort in Bad Godesberg. 1927 baute die Stadt den Bahnhofsvorplatz um. Am 4. Februar 1944 wurde der Güterbahnhof durch Bomben schwer beschädigt. Im Juli 1957 begann die Deutsche Bundesbahn (DB) mit der Installation einer Oberleitung, die Ende Oktober abgeschlossen wurden. 1969 wurde der Ort in die Stadt Bonn eingemeindet. 1994 erhielt der Bahnhof eine unterirdische Station der Bonner Stadtbahn. Ab 2015 begannen die Sanierungsarbeiten der Deutsche Bahn AG (DBAG) am Empfangsgebäude und der Bahnsteiganlagen, die 2021 abgeschlossen wurden. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude im Jugendstil von 1908, ist bis heute weitgehend erhalten und steht unter Denkmalschutz.
PANORAMA Linke Rheinstrecke Köln Hbf Mainz Hbf Bahnstation Bonn-Bad Godesberg Bahnstation Bonn-Bad Godesberg Planung und Konzession
Bilder Bad Godesberg
Bahnhof 1848
Luftaufnahme
Bahnhof um 1920
Bahnhof um 1920 Bahnhof von 1855